Diözesanjubiläum im Zeichen des Konzils
Diözese startet am 14. Oktober mit Festakt in Grazer Stadthalle auf den "Diözesanen Weg 2012-2018" - Zweites Vatikanisches Konzil soll "Wegweiser und Kompass" für Weg in die Zukunft sein
Mit Um- und Weitsicht in die Zukunft: diesen Weg schlägt die katholische Kirche in der Steiermark im Blick auf ihre diözesane Entwicklung ein. Denn noch ist das 800-Jahr-Jubiläum der Diözese Graz-Seckau im Jahr 2018 fern, aber mit einer Festveranstaltung und einem exakten Fahrplan will man sich bereits heuer auf einen "Diözesanen Weg" begeben, um das Jubiläum in sechs Jahren gebührend vorzubereiten und die Weichen für die Zukunft stellen. Der Startschuss zu diesem Weg fällt am 14. Oktober mit einer Veranstaltung in der Grazer Stadthalle u.a. mit Bischof Egon Kapellari, Weihbischof Franz Lackner, dem Zukunftsforscher Matthias Horx und der Wiener Pastoralamtsleiterin Veronika Prüller-Jagenteufel.
Als Leitstern für den "Diözesanen Weg" soll das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) dienen, das nicht nur ein Ereignis in der Vergangenheit darstelle, sondern zugleich "auch Gegenwart und Zukunft", wie es in einer Aussendung der Diözese heißt. So sei es u.a. dem Konzil zu verdanken, dass Kirche heute "präsent und geschätzt" ist in zahlreichen sozialen Bereichen. Dieser, vom Konzil angestoßene Prozess einer positiven Öffnung hin zur Welt sei "im Kern unumkehrbar", hält die Diözese fest. Jeder Gläubige sei als Getaufter selbst Kirche: "Damit hängen die Glaubwürdigkeit und die Qualität von Kirche von jedem einzelnen ab."
Um diesen Grundsatz auch entsprechend im kommenden "Diözesanen Weg" umzusetzen und das Konzil somit zum "Wegweiser und Kompass" für die Kirche in der Steiermark werden zu lassen, lädt die Diözese die Menschen zu einem intensiven Dialog über die Zukunft ein. So sollen bei Aktionen und Initiativen möglichst viele Menschen aktiv eingebunden werden, um gemeinsam "an einem zukunftsfähigen Bild der steirischen Kirche zu arbeiten", sagt die Generalsekretärin des "Diözesanen Weges", Andrea Kager-Schwar. Acht "Regioteams" - bestehend aus ehren- und hauptamtlich tätigen Katholiken und Priestern - werden in dieser Zeit Angebote machen und so den Dialog mit den Gläubigen suchen. Unterstützt werden die Teams außerdem durch eine für Herbst geplante eigene Online-Dialogplattform.
Verhüllungs- und Pilger-Aktion
Zwei Akzente dieses Weges stehen bereits fest: So lädt die Diözese im Jahr 2013 in der Fastenzeit zur "Aktion Glaube. Verhüllen-Enthüllen-Entdecken". Dabei sollen Gläubige und Pfarren eingeladen werden, Zeichen der Präsenz des Glaubens in der Öffentlichkeit gezielt während der Fastenzeit zu verhüllen.
Einen zweiten Akzent bildet die Initiative "Pilgern 800". Dabei beginnt ab 8. Dezember 2015 - das ist der 50. Jahrestag des Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils - eine 800-tägige Pilgerreise durch alle Pfarren und Orte der Steiermark. Interessierte können sich dazu bei den "Regioteams" melden und zu Teilstücken dieses Pilgerweges anmelden.
Zum Abschluss des "Diözesanen Weges" im Jahr 2018 soll neben den offiziellen Feierlichkeiten zum Diözesanjubiläum auch ein Schlussdokument mit dem gegenwärtigen Arbeitstitel "Kursbuch Kirche" präsentiert werden.
Gegründet wurde das Bistum Seckau im Jahr 1218 durch das Erzbistum Salzburg. Seit 1786 ist Graz Bischofssitz. Die heutigen Diözesangrenzen sind mit denen des Bundeslandes Steiermark weitestgehend identisch. Die Diözese umfasst 26 Dekanate mit 388 Pfarren (einschließlich 2 Lokalien und 1 Expositur). 293 davon sind in insgesamt 111 Pfarrverbänden zusammengeschlossen. Auf dem Gebiet der steirischen Pfarren leben derzeit rund 1,21 Millionen Menschen, mehr als 870.000 davon sind Katholiken.
Quelle: Kathpress